Firmenauto zuhause laden: So läuft die Abrechnung mit der Personalverrechnung
Wer ein E-Firmenauto fährt und es zuhause an der eigenen Wallbox lädt, trägt zunächst die Stromkosten selbst. Der Dienstgeber kann diese Kosten aber abgabenfrei ersetzen – vorausgesetzt, die geladene Strommenge wird ordnungsgemäss gemessen und dem Fahrzeug zugeordnet. Wie das in der Praxis funktioniert, welche Schritte Dienstnehmer und Personalverrechnung beachten müssen und wie die monatliche Abrechnung konkret abläuft, zeigt dieser Artikel Schritt für Schritt.
Die Rechtslage in zwei Sätzen
Der Kostenersatz für Ladestrom ist nach § 4c Abs. 1 Z 2 lit. b Sachbezugswerteverordnung abgabenfrei, wenn die geladene Strommenge gemessen und dem Firmenauto nachweislich zugeordnet wird. Der Ersatz erfolgt mit einem amtlich festgelegten Strompreis je Kilowattstunde – für das Kalenderjahr 2026 beträgt dieser 0,32806 EUR (BMF-AV Nr. 163/2025 vom 24. Oktober 2025).
Schritt 1: Messen – die geladene Strommenge erfassen
Damit der Kostenersatz abgabenfrei bleibt, muss die Kilowattstundenmenge für jeden Ladevorgang an der nicht öffentlichen Ladestelle – also der heimischen Wallbox oder Steckdose – gemessen werden. Eine Schätzung über die Fahrleistung („ich bin 1.200 km gefahren, der Verbrauch liegt bei 18 kWh/100 km, also …") genügt steuerlich nicht. Ebenso wenig reicht die Jahresabrechnung des Stromlieferanten: Sie kennt den gesamten Haushaltsstromverbrauch, nicht aber den auf das Firmenauto entfallenden Anteil.
Praktisch heisst das: Die Wallbox oder ein zwischengeschaltetes Messgerät muss die Kilowattstunden je Ladevorgang erfassen und idealerweise speichern. Viele moderne Wallboxen bieten diese Funktion bereits ab Werk; manche zeigen die Werte im Display an, andere stellen sie in einer Hersteller-App oder einem Web-Interface bereit.
Für die Personalverrechnung sind folgende Angaben je Ladevorgang sinnvoll:
- Datum (oder zumindest Monat)
- Geladene Menge in kWh (z. B. 42,3 kWh)
- Zuordnung zum Fahrzeug (bei mehreren Fahrzeugen im Haushalt)
Wer die Werte monatlich abliest und dokumentiert, erspart sich Aufwand am Monatsende. Ein einfaches Protokoll – ob auf Papier, in Excel oder über eine Lade-App – genügt.
Schritt 2: Zuordnen – welches Auto hat geladen?
Sobald im Haushalt mehr als ein Fahrzeug geladen wird – etwa ein privater Pkw und das Firmenauto oder zwei Firmenwagen –, muss jede Ladung dem richtigen Fahrzeug zugeordnet werden. Nur die dem Firmenauto zugeordneten Kilowattstunden dürfen abgabenfrei ersetzt werden.
Technisch lässt sich das lösen durch:
- Unterschiedliche Nutzerkonten in der Wallbox-App (sofern die Box diese Funktion bietet)
- RFID-Karten oder andere Authentifizierungsmethoden, die vor jedem Ladevorgang das Fahrzeug identifizieren
- Manuelle Dokumentation („Ladevorgang vom 12. Februar, 38,5 kWh, Firmenwagen")
Die Zuordnung muss nachvollziehbar sein – eine blosse Behauptung genügt nicht. Je besser die Wallbox oder ein ergänzendes System die Zuordnung automatisch protokolliert, desto geringer der manuelle Aufwand.
Hinweis: Wie die Zuordnung bei zwei Fahrzeugen an einer Box im Detail gelingt, behandelt ein eigener Beitrag. Hier genügt: Die Trennung muss dokumentiert sein.
Schritt 3: Rechnen – gemessene kWh mal amtlicher Strompreis
Der Dienstgeber ersetzt nicht die tatsächlich bezahlten Stromkosten, sondern rechnet mit dem amtlich festgelegten Pauschalsatz. Für das Kalenderjahr 2026 beträgt dieser 0,32806 EUR je Kilowattstunde (BMF-AV Nr. 163/2025 vom 24. Oktober 2025).
Die Formel ist einfach:
Kostenersatz = gemessene kWh × 0,32806 EUR
Rechenbeispiel
Ein Dienstnehmer hat im Monat Februar 2026 an der heimischen Wallbox insgesamt 180 kWh für das Firmenauto geladen. Die Berechnung lautet:
180 kWh × 0,32806 EUR = 59,05 EUR
Dieser Betrag kann abgabenfrei mit dem nächsten Lohnzahlungszeitraum ersetzt werden.
Wichtig: Nur der amtliche Satz gilt
Es spielt keine Rolle, ob der Dienstnehmer tatsächlich einen günstigeren oder teureren Stromtarif beim eigenen Versorger hat. Der amtliche Satz ist verbindlich und gilt österreichweit einheitlich. Er wird jährlich vom Bundesministerium für Finanzen per Amtlicher Verlautbarung festgelegt.
Schritt 4: Lohnzahlungszeitraum entscheidet – nicht der Auszahlungstag
Der Kostenersatz wird über die Lohnverrechnung ausbezahlt, läuft aber nicht als Lohn oder Gehalt, sondern als abgabenfreie Aufwandsentschädigung. Entscheidend für die Zuordnung ist der Lohnzahlungszeitraum, für den der Ersatz abgerechnet wird – nicht das Datum, an dem das Geld tatsächlich überwiesen wird.
Beispiel
Ein Dienstnehmer legt die Abrechnung für den Ladestrom im Februar am 5. März vor. Die Personalverrechnung verarbeitet sie für die Lohnabrechnung März, die am 31. März ausbezahlt wird. Der Ersatz wird dem Lohnzahlungszeitraum März zugeordnet, auch wenn er Ladungen aus Februar betrifft und erst Ende März ausgezahlt wird.
Wichtig ist, dass Dienstnehmer und Personalverrechnung sich auf einen regelmässigen Rhythmus einigen:
- Monatlich: Der Dienstnehmer reicht zum Monatsende (oder zu Beginn des Folgemonats) eine Aufstellung der geladenen Kilowattstunden ein. Die Personalverrechnung rechnet den Betrag mit der nächsten Lohnabrechnung ab.
- Quartalsweise oder halbjährlich: Für kleinere Beträge kann auch ein längerer Rhythmus sinnvoll sein – Voraussetzung ist die lückenlose Dokumentation.
In der Praxis hat sich die monatliche Abrechnung bewährt: Der Aufwand bleibt überschaubar, und die Beträge fliessen zeitnah.
Schritt 5: Öffentliches Laden läuft getrennt
Der Kostenersatz mit dem amtlichen Pauschalsatz nach § 4c Abs. 1 Z 2 lit. b Sachbezugswerteverordnung gilt nur für Ladungen an nicht öffentlichen Ladestellen – also zuhause, beim Dienstgeber oder bei Dritten (etwa Verwandten), sofern die Ladeeinrichtung nicht öffentlich zugänglich ist.
Lädt der Dienstnehmer das Firmenauto unterwegs an öffentlichen Ladesäulen – etwa auf der Autobahn, am Supermarkt-Parkplatz oder an einem Schnelllader –, werden die tatsächlichen Kosten ersetzt. Rechtsgrundlage ist hier nicht die Sachbezugswerteverordnung, sondern der allgemeine Aufwandersatz; der Ersatz erfolgt gegen Vorlage der Belege (Rechnung, Ladequittung, App-Abrechnung).
Praktisch bedeutet das:
- Heimladung: Kilowattstunden messen, mit 0,32806 EUR multiplizieren, monatlich abrechnen.
- Öffentliches Laden: Rechnung aufheben, tatsächliche Kosten laut Beleg einreichen, ebenfalls abgabenfrei.
Beide Wege laufen in der Personalverrechnung getrennt. Manche Dienstnehmer laden fast ausschliesslich zuhause, andere nutzen häufiger öffentliche Infrastruktur – die Dokumentation sollte beide Fälle sauber trennen.
Schritt 6: Jahreswechsel – der Strompreis ändert sich
Der amtliche Strompreis gilt immer für ein Kalenderjahr und wird vom Bundesministerium für Finanzen per Amtlicher Verlautbarung festgelegt. Für 2026 sind es 0,32806 EUR je kWh (BMF-AV Nr. 163/2025 vom 24. Oktober 2025). Der Wert für das Kalenderjahr 2027 ist bei Redaktionsschluss noch nicht veröffentlicht.
Zum Jahreswechsel muss die Personalverrechnung daher den Satz in ihren Berechnungsformeln und Vorlagen anpassen. Dienstnehmer, die ihre Abrechnungen selbst vorbereiten (etwa in einer Excel-Tabelle), sollten den Wert ebenfalls aktualisieren – sonst entstehen Differenzen.
Wichtig: Verwenden Sie nicht mehr den alten Wert für 2024 (0,33182 EUR) oder einen geschätzten Satz. Sobald die neue Amtliche Verlautbarung veröffentlicht ist, gilt ausschliesslich der dort genannte Betrag.
Der Ablauf in der Praxis: ein Beispiel
So könnte der monatliche Ablauf für einen Dienstnehmer und die Personalverrechnung konkret aussehen:
Dienstnehmer
- Während des Monats: Jede Heimladung wird von der Wallbox erfasst. Die Werte stehen in der Hersteller-App oder werden im Display abgelesen.
- Monatsende (z. B. 28. Februar): Der Dienstnehmer erstellt eine kurze Aufstellung:
- Gesamte geladene Menge: 180 kWh
- Berechnung: 180 × 0,32806 = 59,05 EUR
- Optional: Liste der Einzelladevorgänge als Nachweis
- Anfang März: Die Aufstellung geht per E-Mail oder Papier an die Personalverrechnung.
Personalverrechnung
- Eingang prüfen: Ist die Strommenge plausibel? Liegt eine Zuordnung zum Fahrzeug vor (falls mehrere Fahrzeuge)?
- Berechnung nachvollziehen: 180 kWh × 0,32806 EUR = 59,05 EUR.
- Lohnabrechnung März: Der Betrag wird als abgabenfreier Kostenersatz ausgewiesen – keine Lohnsteuer, keine Sozialversicherung.
- Auszahlung: Mit dem Gehalt Ende März wird der Betrag überwiesen.
- Archivierung: Die Aufstellung wird zur Lohnabrechnung archiviert, für den Fall einer späteren Prüfung.
Der Ablauf wiederholt sich monatlich. Viele Personalverrechnungen arbeiten mit Vorlagen oder kleinen internen Tools, die den Dienstnehmern die Eingabe erleichtern – etwa ein PDF-Formular oder eine Excel-Vorlage.
Was die Personalverrechnung dokumentieren sollte
Für die steuerliche Nachvollziehbarkeit ist es sinnvoll, folgende Unterlagen zu den Lohnakten zu nehmen:
- Monatliche Aufstellungen des Dienstnehmers (geladene kWh, Zeitraum, Fahrzeugzuordnung)
- Nachweis der Messung (z. B. Screenshot der App, Export der Wallbox-Daten, Foto des Displays)
- Berechnung (kWh × amtlicher Satz = Ersatzbetrag)
- Hinweis auf die Rechtsgrundlage: § 4c Abs. 1 Z 2 lit. b Sachbezugswerteverordnung und die jeweils gültige BMF-Amtliche Verlautbarung
Eine saubere Dokumentation schützt sowohl Dienstgeber als auch Dienstnehmer bei einer allfälligen Prüfung durch die Finanzverwaltung.
Häufige Stolpersteine – und wie man sie vermeidet
1. Keine Messung, nur Schätzung
„Ich fahre etwa 1.000 km pro Monat, der Verbrauch liegt bei 17 kWh/100 km, macht 170 kWh." – Das genügt steuerlich nicht. Nur die tatsächlich gemessene Strommenge zählt.
Lösung: Wallbox mit kWh-Zähler installieren oder nachrüsten. Viele Modelle bieten diese Funktion bereits standardmässig.
2. Jahresabrechnung des Stromanbieters als Nachweis
Die Stromrechnung des Haushalts weist den Gesamtverbrauch aus – das Auto ist darin nicht separat erkennbar.
Lösung: Eigene Messung an der Ladeeinrichtung, unabhängig vom Haushaltszähler.
3. Zwei Autos, eine Box, keine Zuordnung
Wenn Privatauto und Firmenauto an derselben Wallbox laden, aber die Zuordnung nicht dokumentiert ist, kann die Finanzverwaltung den Ersatz in Frage stellen.
Lösung: RFID, App-basierte Nutzerkonten oder manuelles Protokoll mit Fahrzeugkennzeichen oder Kennzeichnung.
4. Alter Strompreis wird weiter verwendet
Nach dem Jahreswechsel noch mit dem Vorjahreswert zu rechnen, führt zu falschen Ersatzbeträgen.
Lösung: Jedes Jahr im Jänner die neue BMF-Amtliche Verlautbarung prüfen und den Satz in allen Vorlagen anpassen.
5. Öffentliches und privates Laden vermischt
Werden Belege für öffentliche Ladevorgänge zusammen mit den Heimladungen abgerechnet, ohne klare Trennung, wird es unübersichtlich.
Lösung: Zwei getrennte Abrechnungen – eine für Heimladung (Pauschale), eine für öffentliches Laden (tatsächliche Kosten).
Automatisierung: Weniger Aufwand für beide Seiten
Wer den monatlichen Ablauf – Messwerte ablesen, zusammenrechnen, Formular ausfüllen, einreichen, prüfen, archivieren – mehrfach durchläuft, merkt schnell: Es ist kein Hexenwerk, aber repetitiv. Gerade wenn mehrere Dienstnehmer im Unternehmen E-Firmenautos fahren, summiert sich der Aufwand.
Moderne Abrechnungslösungen können den Prozess weitgehend automatisieren: Die Wallbox überträgt die Messwerte automatisch, die Zuordnung erfolgt digital, die Berechnung läuft im Hintergrund, und die Personalverrechnung erhält am Monatsende einen fertigen Report. Solche Systeme nehmen beiden Seiten Arbeit ab und reduzieren Fehlerquellen.
Wer sich für eine solche Lösung interessiert, findet bei ChargeReport eine Plattform, die genau diese Schritte abbildet – von der Erfassung über die Berechnung bis zur fertigen Abrechnung.
Fazit: Mit System wird es Routine
Das Laden des E-Firmenautos zuhause und die abgabenfreie Abrechnung über die Personalverrechnung sind keine Raketenwissenschaft – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:
- Messen: Die geladene Strommenge muss je Ladevorgang erfasst werden – Schätzungen genügen nicht.
- Zuordnen: Bei mehreren Fahrzeugen muss klar dokumentiert sein, welches Auto geladen hat.
- Rechnen: Gemessene kWh × amtlicher Strompreis (für 2026: 0,32806 EUR).
- Lohnzahlungszeitraum: Der Ersatz wird über die Lohnverrechnung abgewickelt, der Zeitraum entscheidet.
- Öffentliches Laden: Läuft getrennt, tatsächliche Kosten gegen Beleg.
- Jahreswechsel: Der Strompreis wird jährlich neu festgelegt – Vorlagen und Formeln müssen angepasst werden.
Mit einem klaren monatlichen Rhythmus, sauberer Dokumentation und – wo sinnvoll – technischer Unterstützung wird die Abrechnung schnell zur Routine. Dienstnehmer bekommen ihre Stromkosten zeitnah ersetzt, und die Personalverrechnung hat alle Nachweise für eine allfällige Prüfung beisammen.
Hinweis: Dieser Artikel gibt einen Überblick über die steuerlichen Rahmenbedingungen und den praktischen Ablauf der Abrechnung von Ladestrom für E-Firmenautos in Österreich. Er stellt keine Steuerberatung dar. In Einzelfällen – etwa bei komplexen Dienstwagenregelungen, Sonderfällen der Fahrzeugnutzung oder unklaren Zuordnungen – empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Steuerberater oder der zuständigen Personalverrechnung.
