Monats-ÜbersichtPreise geprüft am 25.7.2026

Die besten Wallbox-Angebote im August 2026 — ab 500 € und BMF-tauglich

Nur Boxen, die ChargeReport auslesen kann. Nur Preise unter 700 €. Nur Shops, die wir heute geprüft haben. Plus eine Warnung, welche Lockangebote der Dienstwagen-Abrechnung schaden.

Auswahlkriterien für August 2026

Im August 2026 sortiert sich das Preisgefüge unter 700 € spürbar neu, weil gleich zwei Hersteller mitten im Generationswechsel stecken: Easee verkauft seine neue Charge-Up-Serie — erstmals mit OCPP 1.6J ab Werk — für unter 520 €, und bei VW-Tochter Elli drückt die zweite Charger-Generation die Altbestände in den Handel. Dazu kommen echte Sommer-Aktionen bei go-e und Zaptec. Die Auswahlkriterien bleiben dieselben wie in den Vormonaten: Wir haben am 25. Juli die Tagespreise geprüft und nur Boxen aufgenommen, die (a) unter 700 € brutto bei einem lieferfähigen deutschen Händler liegen, (b) eine remote auslesbare Schnittstelle haben — Cloud-API oder OCPP 1.6J — und (c) zu einer ChargeReport-Marken-LP gehören. MID-Zähler sind für die BMF-Nachweispflicht (Rn. 27 des Schreibens vom 11.11.2025) nicht zwingend, werden aber als Badge ausgewiesen. Recherchiert haben wir auf Geizhals, wallbox-center.de und shop.einfacheauto.de; Mobility House hat seine Shop-Kategorieseiten im Sommer umgebaut, die TMH-Preise in diesem Artikel stammen deshalb aus deren Geizhals-Listings. Wichtiger als je zuvor ist in diesem Monat der Blick auf die Modellvariante: Sowohl bei Elli als auch bei KEBA stehen Basis-Versionen ohne jedes Funkmodul im Regal, die äußerlich kaum von den anbindbaren Geschwistern zu unterscheiden sind — dazu unten mehr. Fördermittel lassen wir weiterhin außen vor, an der Lage (keine laufende Bundesförderung) hat sich seit April nichts geändert.

  • ChargeReport-kompatibel: Cloud-API oder OCPP 1.6J an Bord.
  • Preis unter 700 €: Tagespreis am Recherche-Tag bei mindestens einem der geprüften Shops.
  • Mindestens 11 kW: Einphasige Boxen nur bei deutlichem Preis-Vorteil und mit Hinweis.
  • MID-Zähler bevorzugt: Kein Muss für die BMF-Erstattung, aber ein Plus.
  • Marke mit ChargeReport-Setup-Guide: Jede Empfehlung verlinkt auf die Marken-LP.

Die 5 Angebote im Überblick

#1Cloud + OCPP

Easee Charge Up 22 kW (Typ-2-Dose)

22 kW 3-phasig, Ladedose, Modell 10141, LTE + WLAN

520 €
inkl. MwSt., Tagespreis 25.7.2026

Für 519,90 € bekommen Sie den günstigsten Einstieg in die neue Easee-Generation: 22 kW, Typ-2-Dose, LTE-eSIM plus WLAN — und erstmals bei Easee OCPP 1.6J ab Werk. Die alte Home-Serie war reine Cloud-Ware und stand im April noch als 698-€-Geisterpreis ohne lieferfähige Händler in dieser Liste; der Charge Up ist dagegen bei mehreren deutschen Shops ab Lager verfügbar. ChargeReport bindet die Box wie gewohnt über das Easee-Konto und die offizielle Cloud-API an (OAuth-Login, keine Zusatzhardware), das neue OCPP ist der eingebaute Plan B, falls Sie später den Anbieter wechseln wollen. Der Haken: Der integrierte Zähler ist nicht MID-zertifiziert — für die reine Arbeitgeber-Erstattung reicht die Messung, für Stromweiterverkauf nicht. Und wie bei jeder frisch gelaunchten Serie sollten Sie nach der Installation zuerst die Firmware aktualisieren, bevor Sie die Anbindung einrichten. Denken Sie außerdem daran, dass die Dosen-Variante kein Ladekabel mitbringt — ein Typ-2-Kabel für 60–100 € kommt also noch obendrauf, womit der reale Preisabstand zum go-e schrumpft. Setup-Details wie immer auf der Easee-Marken-LP (Button unten rechts).

#2Cloud + OCPP

Zaptec Go 22 kW (Schwarz, Typ-2-Dose)

22 kW 3-phasig, Ladedose, LTE + WLAN, V2G-vorbereitet

564 €
inkl. MwSt., Tagespreis 25.7.2026

Für 564,01 € ist der norwegische Zaptec Go im August so günstig wie nie — zum Vergleich: Einfach E-Auto ruft für dieselbe Box aktuell 599 € als Aktionspreis auf. Sie bekommen 22 kW, eine Typ-2-Dose, LTE plus WLAN und eine Box, die in skandinavischen und deutschen Mehrfamilienhäusern massenhaft verbaut ist — entsprechend ausgereift sind App und Backend. ChargeReport nutzt die Zaptec-Cloud-API (API-Zugang im Zaptec-Portal freischalten, Rest erledigt der Assistent); OCPP 1.6J ist als zweiter Pfad an Bord. Bemerkenswert: Das Datenblatt weist die Hardware bereits als V2G-vorbereitet aus — bidirektionales Laden ist damit nicht versprochen, aber die Box ist erkennbar auf Zukunft gebaut. Der Haken: Der integrierte Stromzähler ist nicht MID-zertifiziert, und 22 kW müssen Sie beim Netzbetreiber genehmigen lassen (bei 11-kW-Drosselung reicht die Meldung). Wer perspektivisch eine zweite Box für den Zweitwagen plant, profitiert vom eingebauten Lastmanagement: Mehrere Go teilen sich einen Hausanschluss ohne zusätzliche Steuerbox. Setup-Anleitung auf der Zaptec-Marken-LP (Button unten rechts).

#3Cloud + OCPPMID

go-e Charger Gemini 2.0 22 kW (Typ-2-Dose)

22 kW 3-phasig, Ladedose, Modell CH-05-22-51

649 €
inkl. MwSt., Tagespreis 25.7.2026

Für 649 € gibt es im August die kuriose Situation, dass die 22-kW-Version des Gemini 2.0 günstiger ist als die 11-kW-Version derselben Baureihe (aktuell 655 €) — wer ohnehin zum go-e greift, nimmt also die große Variante. Einfach E-Auto fährt parallel eine Aktion mit 658 € statt 829 €, der Geizhals-Bestpreis kommt von Alternate. Technisch bleibt der Gemini 2.0 der Alleskönner dieser Liste: go-e-Cloud-API (der Standard-Pfad für ChargeReport, Zwei-Minuten-Setup mit API-Token aus der App), OCPP 1.6 und sogar Modbus TCP für lokale Energiemanager. Der MID-Hinweis aus dem April-Artikel gilt unverändert: go-e bewirbt einen MID-konformen Zähler, einzelne Chargen messen „MID-äquivalent" — für die Dienstwagen-Erstattung ausreichend, für Stromweiterverkauf nicht. Der Haken: 22 kW sind beim Netzbetreiber genehmigungspflichtig, und gedrosselt auf 11 kW zahlen Sie den Aufpreis für Leistung, die Sie nie abrufen. Wer das nicht will, findet den 11-kW-Gemini der ersten Generation aktuell ab 574,69 € — gleiche Cloud-API, gleicher ChargeReport-Pfad, nur ohne Modbus TCP. Details auf der go-e-Marken-LP (Button unten rechts).

#4OCPP 1.6

Alfen Eve Single S-line 11 kW (Typ-2-Dose)

11 kW 3-phasig, Ladedose, Modell 904460523, OCPP über LAN

609 €
inkl. MwSt., Tagespreis 25.7.2026

Für 609 € steht mit der Eve Single S-line erstmals ein Alfen in dieser Reihe — der niederländische Hersteller baut sonst vor allem für Firmenpark- plätze und öffentliche Ladepunkte, entsprechend nüchtern und robust ist die Box. Der entscheidende Unterschied zu allen anderen Angeboten dieses Monats: Die S-line hat kein Funkmodul, sondern spricht OCPP 1.6 über die RJ-45-Buchse. Ein Netzwerkkabel bis zum Stellplatz ist also Pflicht — dafür entfällt jede Cloud-Abhängigkeit, die Box meldet ihre Sessions direkt an das ChargeReport-OCPP-Gateway. Wer WLAN erwartet, greift zur falschen Box; wer ohnehin eine Leitung in der Garage hat, bekommt die stabilste Anbindung in dieser Liste. Die Haken: Der integrierte Zähler ist nicht MID-zertifiziert, und zum Bestpreis liefert aktuell nur The Mobility House (die Variante mit 5-m-Festkabel liegt schon bei 699 €). Wer einen MID-geeichten Zähler braucht, muss bei Alfen in die deutlich teurere Pro-line-Ausstattung wechseln und sprengt damit das 700-€-Budget. Die OCPP-Einrichtung Schritt für Schritt zeigt die Alfen-Marken-LP (Button unten rechts).

#5Cloud + OCPP

Sungrow AC22E-01 (22 kW, 7 m Festkabel)

22 kW 3-phasig, 7 m Typ-2-Festkabel

685 €
inkl. MwSt., Tagespreis 25.7.2026

Für 685 € ist die AC22E-01 das Angebot für PV-Haushalte in dieser Liste: 22 kW, ein fest angeschlagenes 7-m-Kabel und die nahtlose Einbindung ins Sungrow-Ökosystem. Wer einen Sungrow-Hybrid-Wechselrichter auf dem Dach hat, bekommt PV-Überschussladen ohne Zusatzhardware direkt über iSolarCloud — und genau dort setzt auch ChargeReport an: Die Anbindung läuft seit Frühjahr 2026 über die offizielle Sungrow-OpenAPI, eingerichtet wird sie per Plant-Sharing in wenigen Minuten (Anleitung auf der Marken-LP). Laut Datenblatt beherrscht die Box zusätzlich OCPP 1.6J. Die Haken: Ohne Sungrow-Wechselrichter verschenken Sie den Hauptvorteil und fahren mit Zaptec oder Easee günstiger; der integrierte Zähler ist nicht MID-zertifiziert; und die Preisstreuung ist enorm — nach dem 1ASOL-Bestpreis von 685 € kommt lange nichts, die nächsten Händler liegen bei 746 € aufwärts. Preis also vor Bestellung prüfen. Wie bei allen 22-kW-Boxen gilt auch hier: Genehmigung beim Netzbetreiber einholen oder per App auf 11 kW drosseln und nur melden. Setup-Details auf der Sungrow-Marken-LP (Button unten rechts).

Vorsicht vor Lockangeboten: Modbus-only Wallboxen

Das prominenteste Lockangebot im unteren Preissegment ist noch einmal billiger geworden: Die Amperfied Heidelberg Energy Control kostet weiterhin rund 399 €, als „Senec Design Edition" mit 7,5-m-Kabel gibt es sie bei wallbox-center.de aktuell sogar für 299 € — und auch die Energy Control Plus ist von rund 499 € auf 399 € gefallen. An der Grundsatz-Warnung ändert das nichts: Alle Energy-Control-Varianten kommunizieren ausschließlich über Modbus RTU auf einer seriellen RS485-Leitung im Haus. Kein WLAN, kein OCPP, keine Hersteller-Cloud — ChargeReport kommt an die Session-Daten nicht heran, und Ihr Arbeitgeber bekommt keinen BMF-tauglichen Einzelnachweis. Wer hier 200–400 € spart, zahlt im ersten Dienstwagen-Jahr drauf. Neu im August: Amperfied hat die connect.home (App, LAN, WLAN) auf 629 € gesenkt — technisch remote auslesbar, aber ohne ChargeReport-Integration bleibt auch sie für den Einzelnachweis außen vor. Und ein zweites Fallen-Muster tritt gehäuft auf: Marken-Wallboxen, deren Basis-Variante gar kein Kommunikationsmodul hat — Details im Warn-Block direkt darunter.

Nicht BMF-tauglichnur lokal (Modbus)

Elli Charger (2. Gen) Standard 11 kW

11 kW 3-phasig, 7,5 m Kabel, Standard-Variante OHNE Kommunikationsmodul

570 €
Nicht remote auslesbar

Die zweite Charger-Generation der VW-Tochter Elli steht für 569,99 € im Handel — und ist die tückischste Falle dieses Monats. Denn anders als bei der Amperfied Energy Control, die offen mit „Modbus RTU" beworben wird, sieht der Elli Charger aus wie das Connect-Modell, trägt dasselbe Gehäuse und dasselbe VW-Konzern-Logo. Nur: Die Standard-Variante hat schlicht gar kein Kommunikationsmodul. Kein WLAN, kein LAN, kein LTE, kein OCPP — die Box lädt, aber sie erzählt niemandem davon. Für die BMF-Abrechnung ist sie damit genauso unbrauchbar wie eine Modbus-only-Box. Wer Elli will, braucht den Charger Connect 2 (ab 749 € bei wallbox-center.de, per OCPP anbindbar — Details auf der Elli-Marken-LP). Dasselbe Muster gibt es diesen Monat bei KEBA: Die P30 a-series „Green Edition" für 596 € hat ebenfalls keine nutzbare Schnittstelle — anbindbar ist bei KEBA erst die c-series, die ab 699 € startet. Prüfen Sie bei Marken-Boxen also immer die exakte Variante, nicht nur den Markennamen.

Wie wir recherchieren

Am 15.–20. jedes Monats prüfen wir die Tagespreise auf Geizhals, wallbox-center.de und Mobility House für alle 16 Marken, die ChargeReport unterstützt (komplette Liste). In den Artikel kommen nur Boxen, die am Recherche-Tag bei mindestens einem Händler verfügbar UND unter 700 € zu haben sind. Wir testen keine Wallboxen selbst und kopieren keine Händler-Testwertungen — die Aussagen zu OCPP, MID und Cloud-API stammen aus der Produkt- Dokumentation und (wo nötig) aus direkten Anfragen beim Hersteller- Support. Händler-Links sind bewusst ohne Tracking-ID, wenn nicht anders ausgezeichnet. Der vollständige Recherche-Ablauf steht im internen Prozess-Dokument, das wir auf Anfrage teilen.

Autor

DB
Dieter Bleicher
Gründer von ChargeReport. Betreibt selbst einen Fronius-Wechselrichter mit einer Easee-Wallbox und hat die BMF-Integration 2025/2026 in die Software gebaut.
Fragen oder Fehler im Artikel? info@chargereport.app

Nächster Schritt: Wallbox verbinden und erste Abrechnung starten

Egal welche dieser vier Boxen Sie wählen — ChargeReport erkennt sie automatisch, das Setup dauert zwei bis drei Minuten. Den ersten Monats-BMF-Bericht erhalten Sie am 1. des Folgemonats per E-Mail, in einem Format, das Ihr Arbeitgeber direkt an die Lohnbuchhaltung weiterreichen kann. Rechtliche Hintergründe zum BMF-Schreiben finden Sie in unserem ausführlichen Guide BMF-Schreiben 2026: Wallbox, Eichrecht und Strommengen-Nachweis und im Überblick Dienstwagen zuhause laden 2026 — was sich ändert.